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Wie funktioniert Laser-Haarentfernung? Einfach erklärt

Grundlagen · 6 Min. Lesezeit

Dauerhaft glatte Haut ohne Rasieren, Wachsen oder Epilieren — das verspricht die Laser-Haarentfernung. Aber was passiert dabei eigentlich genau? Hier erfährst du, wie der Laser Haarwurzeln gezielt deaktiviert, warum mehrere Sitzungen nötig sind und welche Gerätetypen es gibt.

Das Prinzip: selektive Photothermolyse

Laser-Haarentfernung basiert auf einem physikalischen Prinzip mit kompliziertem Namen und einfacher Logik: selektive Photothermolyse. Der Laser sendet Lichtimpulse einer bestimmten Wellenlänge aus, die vom Farbstoff im Haar — dem Melanin — absorbiert werden. Das Licht wandelt sich dabei in Wärme um.

Diese Wärme wandert entlang des Haares bis zur Haarwurzel und erhitzt sie auf etwa 65 bis 70 Grad. Dadurch wird die Wachstumszone des Haarfollikels verödet — das Haar fällt aus und wächst im Idealfall nicht wieder nach. Die umliegende Haut bleibt weitgehend unberührt, weil sie deutlich weniger Melanin enthält als das Haar.

Genau deshalb funktioniert die Behandlung am besten bei dunklen Haaren auf heller Haut: Je größer der Kontrast, desto gezielter trifft die Energie die Haarwurzel statt der Haut.

Warum eine Sitzung nicht reicht: die Wachstumsphasen

Haare durchlaufen drei Phasen: die Wachstumsphase (Anagen), die Übergangsphase (Katagen) und die Ruhephase (Telogen). Der Laser kann ein Haar nur dauerhaft deaktivieren, wenn es sich gerade in der Wachstumsphase befindet — denn nur dann ist es fest mit der nährenden Papille verbunden.

Zu jedem Zeitpunkt befinden sich aber nur etwa 20 bis 30 Prozent deiner Haare in dieser Phase. Deshalb sind in der Regel 6 bis 10 Sitzungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen nötig, um nach und nach alle Follikel in ihrer aktiven Phase zu erwischen.

Diodenlaser, Alexandrit, Nd:YAG — die Gerätetypen

In professionellen Praxen kommen vor allem drei Lasertypen zum Einsatz. Der Diodenlaser (meist 808 Nanometer) ist der Allrounder: effektiv für die meisten Haut- und Haartypen und heute der verbreitetste Standard. Der Alexandrit-Laser (755 Nanometer) gilt als besonders wirksam bei hellen Hauttypen mit dunklen, feinen Haaren. Der Nd:YAG-Laser (1064 Nanometer) dringt tiefer ein und ist die sicherste Wahl für dunkle Hauttypen.

Viele moderne Geräte kombinieren mehrere Wellenlängen und verfügen über integrierte Hautkühlung, die die Behandlung deutlich angenehmer macht. In der Erstberatung sollte dir die Praxis immer sagen können, mit welchem Gerätetyp und welcher Wellenlänge gearbeitet wird — das ist ein gutes Indiz für Seriosität.

Ablauf einer Sitzung

Vor der ersten Behandlung steht immer eine Beratung mit Hautanalyse: Hauttyp und Haarstruktur bestimmen die Geräteeinstellung. Die zu behandelnde Zone wird rasiert (nicht gewachst — die Wurzel muss intakt bleiben), dann fährt die Behandlerin mit dem Laserkopf systematisch über die Haut.

Je nach Körperzone dauert eine Sitzung zwischen 10 Minuten (Oberlippe) und 60 Minuten (Beine komplett). Danach wird die Haut gekühlt und beruhigt. Die behandelten Haare fallen innerhalb von ein bis drei Wochen aus.

Häufige Fragen

Korrekt behandelte Haarfollikel bleiben in den meisten Fällen dauerhaft inaktiv. Hormonelle Veränderungen (z. B. Schwangerschaft, Wechseljahre) können jedoch neue Follikel aktivieren — viele lassen daher nach einigen Jahren eine Auffrischungssitzung machen.
Kaum. Helle, rote und graue Haare enthalten zu wenig Melanin, um die Laserenergie aufzunehmen. Für diese Haartypen ist die Nadelepilation (Elektroepilation) die wirksamere Alternative.
Laser arbeitet mit einer einzigen, gebündelten Wellenlänge, IPL mit einem breiten Lichtspektrum. Laser ist dadurch präziser, effektiver pro Sitzung und der Standard in professionellen Praxen — IPL findet sich eher in Kosmetikstudios und Heimgeräten.
Ja, in der Regel 24 Stunden vorher. Das Haar an der Oberfläche würde sonst Energie aufnehmen und die Haut reizen. Wachsen oder Epilieren ist dagegen tabu, weil der Laser die intakte Haarwurzel braucht.

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